Zwei mobile Rundbogenställe mit Futtersilos auf einer grünen Wiese, dazwischen hohe Maispflanzen, dahinter Wald und Berge unter blauem Himmel.

Freiland-Poulet aus der Ostschweiz: Zu Besuch bei Geflügel Gourmet

September 26, 2026

Titelbild: Geflügel Gourmet

Unser Freiland-Poulet kommt von Geflügel Gourmet, einem Familienbetrieb aus der Ostschweiz. Die Tiere wachsen langsam und leben in mobilen Ställen mit Auslauf auf der Wiese. Wir wollten wissen, wie das vor Ort aussieht – also sind wir hingefahren.

«Höchste Qualität» schreibt heute jeder, wir auch. Nur: Ein Wort ist schnell geschrieben. Wie viel dahintersteckt, merkst Du erst, wenn Du auf der Wiese stehst, neben dem Stall, und der Züchter Dir erzählt, warum er es so macht und nicht anders. Seit 2020 kommt das Freiland-Poulet für unsere Gerichte von dort.

Drei Brüder, dritte Generation

Gegründet haben den Betrieb 2008 die Brüder Gregory, Robin und Pascal Geisser. Gregory ist Brutmeister, Robin Geflügelzüchter, Pascal kümmert sich um Disposition, Aufzucht und den Verkauf der Junghennen. Geflügel züchtet die Familie in dritter Generation, laut Geflügel Gourmet mit eigener Brüterei. Der Firmensitz ist in Mörschwil SG, dort gibt es freitags und samstags auch einen Hofladen.

Aufgezogen werden die Tiere auf Partnerhöfen in der Ostschweiz, alle maximal rund 40 Minuten vom Schlachthof entfernt. Und der gehört dazu: Laut Geflügel Gourmet wird seit 2011 im eigenen Schlachthof in Staad SG geschlachtet, mit Betriebs-Veterinär und amtlichen Kontrollen. Danach wird das Fleisch nach Angaben des Betriebs schonend über mehrere Stunden abgekühlt. Wer mehr über die Familie lesen will, findet alles direkt bei Geflügel Gourmet.

Unterwegs in Gams: was wir gesehen haben

Unser Weg führte nach Gams im St. Galler Rheintal, auf einen der Partnerhöfe von Geflügel Gourmet. Mit dabei war Marlon, auf Instagram als «Marlon Sky» unterwegs und neu unser Partner für Social Media. Robin Geisser hat ihm einen der mobilen Ställe gezeigt und seine Fragen beantwortet. Schau selbst:

Im Video: Marlon führt als Stimme durch den Besuch und ist im weissen Hemd im Gespräch mit Robin zu sehen. Robin zeigt einen der mobilen Ställe, erklärt, warum seine Poulets langsam wachsen dürfen, und fasst sein Geflügel am Schluss auf Marlons Frage hin in einem einzigen Wort zusammen.

Freiland: Mobilställe und Auslauf

Schon von oben sieht man: Das ist kein gewöhnlicher Hühnerstall. Auf der Wiese steht eine grosse Rundbogenhalle, eher Zelt als Gebäude, gleich daneben wächst Mais. Robin erklärt es so: Rund um einen festen Stall wird der Boden mit den Jahren stark beansprucht. Der mobile Stall zieht deshalb weiter, die Tiere bekommen frisches Grün, und die alte Fläche hat ein Jahr Zeit, sich zu erholen.

Weisse Hühner mit rotem Kamm im Auslauf, vorne ein Huhn in Nahaufnahme, dahinter eine Reihe hoher Maispflanzen und grüne Hügel.
Bild: Geflügel Gourmet

Der Stall ist ein Aussenklimastall – im Grunde ein Dach, ohne fixen Boden. In der Form erinnert die Rundbogenhalle laut Geflügel Gourmet an einen Davoser Schlitten, versetzt wird sie mit Traktor oder Seilwinde. Das System stammt ursprünglich aus der deutschen Bio-Landwirtschaft. Im Auslauf säen die Bauern zusätzliche Reihen Ribelmais aus: Die bis zu zwei Meter hohen Pflanzen geben Schatten, schützen vor Wildtieren und sind für die Hühner ein natürlicher Spielplatz. Solche grossen Mobilställe betreibt Geflügel Gourmet seit 2017, damals als zwei vom Kanton St. Gallen bewilligte Versuchsställe.

Dazu kommt die Rasse: mittelschwer und langsam wachsend, in kleinen Herden mit viel Auslauf. Ihr Schlachtgewicht erreichen die Tiere laut Geflügel Gourmet nach etwa 50 bis 60 Tagen. Hier bekommen sie Zeit. Das hat seinen Preis, gehört aber zum Konzept.

Das Freiland-Poulet von Geflügel Gourmet auf einen Blick

  • Freiland: grosszügiger Auslauf unter Freilandbedingungen, in kleinen Herden.
  • Mobilstall: Die Halle zieht mit der Fruchtfolge weiter, so finden die Tiere immer frisches Grün. Die natürliche Keimflora des Bodens stärkt laut Produzent die Abwehr der Hühner, ohne chemische Eingriffe.
  • Mais im Auslauf: bis zu zwei Meter hohe Reihen für Schatten, Schutz vor Wildtieren und zum Herumstöbern.
  • Rasse mit Zeit: mittelschwer, langsam wachsend, agil und widerstandsfähig. Schlachtgewicht nach etwa 50 bis 60 Tagen.
  • Ohne Antibiotika: In den letzten fünf Jahren wurde laut Geflügel Gourmet ganz darauf verzichtet.
  • Kurze Wege: Höfe, Mühlen und Brütereien liegen höchstens rund 40 Minuten vom Schlachthof entfernt. Das bedeutet weniger Transportstress und weniger CO₂.
  • Familienbetriebe: Dank kleiner Herden können auch kleine und mittelgrosse Höfe mitmachen. Viele verkaufen einen Teil ihrer Tiere direkt ab Hof.
  • Eigener Schlachthof: in Staad SG, mit amtlichen Kontrollen, Lebendtier- und Fleischbeschau. Danach kühlt das Fleisch über mehrere Stunden schonend ab. Das schont laut Produzent die Eiweissstruktur und kommt dem Geschmack zugute.
  • Fleisch mit Charakter: etwas weniger und flachere Brust, dafür geschmacklich intensiver. Die dunklere Fleischfarbe und die leicht gelbliche Haut kommen vom Ribelmais.
  • Ribelmais im Futter: Hauptbestandteil ist eine alte, regionale Maissorte aus dem Rheintal.
  • Effizient: rund 1,8 kg Futter pro Kilo Zuwachs. Das ist etwas mehr als bei konventionellem Geflügel, aber im Vergleich zu anderen Fleischarten laut Produzent sehr ressourcenschonend.
  • Gefragt in der Gastronomie: Laut Geflügel Gourmet ist das Poulet in der Schweizer Gastronomie-Fachszene breit bekannt.

Angaben laut Geflügel Gourmet, Seite Ribelmais-Poularde.

Was uns überrascht hat

Ein Satz von Robin ist hängen geblieben: «Der Schweizer ist sich nicht mehr gewohnt, dass Poulet nach Poulet schmeckt.»

Die Idee dazu kommt aus Frankreich. Langsam wachsendes Poulet nach französischem Vorbild habe in der Schweiz lange niemand hergestellt, erzählt er – also sind die Brüder in diese Nische gegangen. Langsam gewachsenes Fleisch habe mehr Geschmack und sei saftiger. Und er sagt offen, dass man so nicht die ganze Schweiz ernähren kann. Das ist Premium, mit Absicht.

Eine Kopie des französischen Modells ist es trotzdem nicht. Label-Rouge-Hühner werden laut Geflügel Gourmet über 80 Tage gemästet, und so intensiven Geschmack und festen Biss mögen hierzulande die wenigsten. Deshalb die mittelschwere Rasse mit etwa 50 bis 60 Tagen.

Ribelmais im Futter

Weisse Hühner liegen und stehen in einem schattigen Gang zwischen hohen Maispflanzen.
Bild: Geflügel Gourmet

Ein Detail steckt im Futter: Laut Geflügel Gourmet besteht es vor allem aus Rheintaler Ribelmais, einer hellen, alten Landsorte, die seit dem 16. Jahrhundert im Rheintal bekannt ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie fast verschwunden, 1998 wurde ein Verein zu ihrer Erhaltung gegründet. Heute ist der Mais seit 2000 als AOP geschützt (Geflügel Gourmet schreibt noch AOC, die frühere Bezeichnung), und die Poularden von Geflügel Gourmet sind laut Produzent der grösste Abnehmer. So helfen sie mit, die Sorte zu erhalten. Das AOP gehört dem Mais, nicht dem Fleisch. Die Spezialitäten von Geflügel Gourmet tragen die Regionalmarke Culinarium.

Warum Herkunft zählt

«Schweiz» auf der Etikette sagt Dir das Land. Über den Hof, das Futter und den Auslauf sagt es noch nichts. Wer wissen will, was er isst, fragt deshalb am besten nach dem Namen dahinter: Wer züchtet, wo, und wie?

Genau darum nennen wir unsere Lieferanten beim Namen – das Freiland-Poulet von Geflügel Gourmet, das Rind von der Metzgerei Jenzer. Alle findest Du auf unserer Lieferanten-Seite. Und wir bleiben unabhängig, damit wir dort einkaufen können, wo uns die Zutaten wirklich überzeugen.

Vom Hof in unsere Küche

Genau dieses Freiland-Poulet kommt in unsere Menüs. In unserer Küche in Münchenstein wird daraus frisch gekocht, was Du Dir für Deine Woche aussuchst – vom Curry bis zum Ragout. Vier Gerichte, mit denen Du anfangen kannst:

Pouletbrust auf gebratenem Reis – VitaFresh Fertiggericht
Pouletbrust auf gebratenem Reis

Tranchierte Freiland-Pouletbrust auf gebratenem Jasminreis mit Freilandeiern, Erbsen, Zuckermais und Karotten, dazu Tomaten und ein Limettenschnitz.

Satay-Ragout auf Kokos-Reis mit Mango-Salsa – VitaFresh Fertiggericht
Satay-Ragout auf Kokos-Reis mit Mango-Salsa

Pouletschenkel in Satay-Sauce aus Kokosmilch, Curry und Kreuzkümmel, dazu Kokos-Reis und eine frische Mango-Salsa mit Peperoni, roten Zwiebeln und Koriandergrün.

Pad-Thai mit Poulet – VitaFresh Fertiggericht
Pad-Thai mit Poulet

Reisnudeln mit Freilandeiern, Sojasprossen und Lauch, dazu Pouletbrust in Pad-Thai-Sauce aus Tamarind und glutenfreier Sojasauce, mit gehackten Erdnüssen und Limettenschnitz.

Rotes Curry Poulet mit Basmati, Bohnen und Zucchetti – VitaFresh Fertiggericht
Rotes Curry Poulet mit Basmati, Bohnen und Zucchetti

Pouletbrust in hausgemachtem rotem Curry mit Kokosmilch, Zitronengras und Galanga, dazu Basmatireis, grüne Bohnen und Zucchetti.

Hier findest Du alle unsere Freiland-Poulet-Gerichte.

Neu
Poulet-Gerichte im Bestellportal finden

Im neuen Abo- und Bestellportal gibst Du unter «Diese Proteinquellen mag ich gerne» an, was Dir schmeckt: Du behältst Poulet ausgewählt oder wählst die anderen Proteinquellen ab – Rind, Fisch, Shrimps, Tofu und Tempeh. Oben zeigt Dir das Portal an, wie viele Gerichte passen. Dazu bekommst Du:

  • personalisierte Menüvorschläge
  • Deine persönliche Bewertung für bessere Empfehlungen
  • wechselnde Gerichte im Abo

Einfach mit Deinem Kundenkonto anmelden: Zum Bestellportal

Häufige Fragen

Woher kommt das Poulet in den VitaFresh-Gerichten?

Unser Freiland-Poulet, Brust wie Schenkel, kommt von der Geflügel Gourmet AG in Mörschwil SG, dem Familienbetrieb der Brüder Geisser. Aufgezogen wird es auf Partnerhöfen in der Ostschweiz.

Wie werden die Hühner bei Geflügel Gourmet gehalten?

Freiland mit viel Auslauf, in kleinen Herden und grossen mobilen Ställen, die regelmässig auf frische Wiesen versetzt werden. Im Auslauf wachsen zusätzliche Reihen Ribelmais als Schatten und Schutz. Die Rasse wächst langsam und erreicht ihr Schlachtgewicht laut Geflügel Gourmet nach etwa 50 bis 60 Tagen.

Wo finde ich Gerichte mit Freiland-Poulet?

In unserer Poulet-Kollektion. Im Bestellportal behältst Du nach dem Anmelden unter «Diese Proteinquellen mag ich gerne» Poulet ausgewählt und wählst ab, was Du nicht magst. Oben siehst Du, wie viele Gerichte passen.

Bekommen die Hühner Antibiotika?

Laut Geflügel Gourmet wurde in den letzten fünf Jahren ganz auf Antibiotika verzichtet. Der Betrieb setzt dafür auf sein Stallsystem und eine natürliche Immunisierung der Tiere.

Was hat es mit dem Ribelmais auf sich?

Laut Geflügel Gourmet ist Rheintaler Ribelmais der Hauptbestandteil des Futters. Ribelmais ist eine alte Landsorte aus dem St. Galler Rheintal und seit 2000 als AOP geschützt. Das AOP gilt für den Mais, nicht für das Fleisch. Vom Ribelmais kommen laut Produzent die dunklere Fleischfarbe und die leicht gelbliche Haut.

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Mehr über die Mitmenschen hinter unseren Zutaten: warum unser Rind von der Metzgerei Jenzer kommt, und was hinter Bio, Demeter und Freilandhaltung steckt.

Danke, Robin, für den Einblick in Eure Ställe – und Dir fürs Lesen.

Vitale Grüsse
Dein VitaFresh-Team

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